Der Westen hat den Gaza-Krieg bis heute nicht verstanden
Liebe Mitglieder und Frende des BWB Bayern e.V., sehr geehrte Besucher
Der seit 2025 amtierende Präsident beim Hessischer Rechnungshof, Herr Uwe Becker, langjähriger Beauftragter der Hessischen Landesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, hat auf Facebook zum Gedenktag des Massakers in Israel am 7. Oktober einen m.E. sehr wichtigen Beitrag verfasst, den zu lesen und zu verbreiten ich Ihnen sehr empfehle.
Darüber hinaus haben israelische Stellen zum ersten mal ausführlich Originaldokumente/Videos der HAMAS veröffentlicht. Es soll dies keine Empfehlung, nur ein Hinweis sein: Die Szenen sind grauenhaft!
Ihr Robert Hagen
אני מרגיש עם ישראל
Hier die politische Einordnung des Geschehens vor 3 Jahren und die Auswirkungen bis heute durch Herrn Uwe Becker:
Der Westen hat den Gaza-Krieg bis heute nicht verstanden
Autor: Uwe Becker, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus
07. Oktober 2026
Als die Terrororganisation Hamas mit ihren brutalen Massakern am 7. Oktober 2023 den größten Massenmord an Jüdinnen und Juden seit der Shoah verübte, rund 1200 unschuldige Kinder, Frauen und Männer ermordete, ganze Familien abschlachtete, Frauen vergewaltigte und über 200 Menschen als Geiseln nach Gaza entführte, erahnte die Führung der Hamas nicht nur die zu erwartende israelische Reaktion, sondern sie war das eigentliche Zwischenziel des 7. Oktober 2023.
Denn während in den Jahren zuvor bei allen Eskalationen seit 2005 Israel den unmittelbaren Einmarsch nach Gaza vermieden und jeweils nur begrenzt auf den fortdauernden Raketenbeschuss und andere Formen des Hamas-Terrors reagiert hatte, war der Führung der Hamas klar, dass nach einem derartigen Verbrechen für jede israelische Regierung überhaupt keine andere Alternative möglich wäre, als der Versuch einer vollständigen Vernichtung der Hamas mit den größtmöglichen Kollateralschäden an der palästinensischen Zivilbevölkerung und der palästinensischen Infrastruktur. Das aufgetauchte Dokument des früheren Hamas-Anführers Yahya Sinwar zeigt, dass dieser sogar den Einsatz einer israelischen Atombombe gegen den Gaza-Streifen nicht für völlig unmöglich gehalten hatte.
Die Hamas wusste, dass sie Israel auch in den kommenden Jahren bei aller Unterstützung durch das iranische Mullah-Regime nie militärisch würde besiegen können. Und während im Vollzug der Abraham-Akkords, also der Friedensabkommen Israels mit verschiedenen arabischen Staaten der Weg zur Normalisierung im Verhältnis Israels zur Region immer weiter am Voranschreiten war und damit auch der Bedeutungsverlust der Hamas bzw. des iranischen Einflusses immer größer geworden wäre, wollte man die internationale Stellung Israels wie mit einer medialen Atombombe vernichten.
Dass man zusätzlich die israelische Gesellschaft sowie die Jüdische Gemeinschaft in der Welt mit der Zerstörung des großen Sicherheitsversprechens Israels als sicherer Hafen für jüdisches Leben in bisher nie dagewesener Weise traumatisieren würde, war sicher auch Teil des terroristischen Masterplans oder zumindest wünschenswerter Nebeneffekt.
Die live gestreamten Videos des größten Massenmordes an Jüdinnen und Juden seit der Shoah sollte Schrecken verbreiten, die Opfer demütigen und die eigene Stellung festigen.
Dass Israels Ansehen in der Welt heute so schlecht wie noch nie seit der Gründung des Jüdischen Staates ist, zeigt auf bittere Weise, wie sehr es der Hamas gelungen ist, die Naivität des Westens auszunutzen, diesen nach dem Drehbuch der Hamas handeln zu lassen, den eigenen Plan zum Erfolg zu führen und damit den medialen Krieg zu gewinnen.
Das schon wenige Tage nach dem 7. Oktober 2023 professionell verbreitete Framing der israelischen Handlungen als „Völkermord“ hat bis heute so massiv verfangen, dass es gerade in Bereichen von Kunst, Kultur und Wissenschaft fast schon als feststehende Wahrheit gebraucht wird.
Auch dies dürfte von Beginn an Teil des Drehbuchs der Hamas gewesen sein, zumal befreundete Staaten wie Südafrika bzw. alte PLO-Weggefährten wie der Afrikanische Nationalkongress parallel unterstützend bis vor den Internationalen Strafgerichtshof gezogen sind.
Dass aus all diesem terroristischen Handeln weltweit der größte Tsunami der Judenfeindlichkeit seit der Shoah geworden ist, übererfüllt vielleicht sogar die ursprüngliche Erwartung der Hamas, er zeigt jedoch, dass deren Vorgehen auf ganzer Linie die eigenen Ziele erreicht hat.
Inzwischen finden Yalla Intifada-Schreie, also der Aufruf zum Judenmord, Todesrufe gegen die israelischen Verteidigungskräfte IDF oder Vernichtungsfantasien „from the river to the sea“ auf nahezu jeder sogenannten pro-palästinensischen Demonstration in Deutschland statt, eine Schande für unser Land.
Und auch im kleineren Maßstab funktioniert die Blaupause der Hamas für den Umgang mit westlichen Medien bis in unsere unmittelbare Gegenwart hinein, denn sobald sich die mediale Aufmerksamkeit von Gaza wegbewegt, wird schlicht ein neuer Konvoy oder eine neue Segler-Flotte von europäischen Häfen auf den Weg nach Gaza geschickt und die zu erwartende Reaktion Israels als vermeintlicher Beleg für angebliches Unrecht über alle Kanäle verbreitet.
Hinzu kommen professionell organisierte und orchestrierte Aktionen an Universitäten, Sportveranstaltungen, sowie Musikfestivals, was nach den Massakern beim Nova-Festival in Israel noch perfider und unmenschlicher wirkt.
Die als „Palästinensertuch“ bekannte Kufiya, die seit Arafats Zeiten für den palästinensischen Terrorismus steht, ist noch stärker als damals zum Symbol des „Freiheitskampfes“ verklärt. Jene, die damit ihr moralisches Gewissen nach Außen tragen wollen, zeigen in Wirklichkeit, wie weit die Gehirnwäsche der Hamas in unsere Gesellschaft hinein wirkt.
Dabei wird munter am Drehbuch weitergeschrieben. So möchte man den 7. Oktober als „berechtigte Reaktion“ bzw. „Widerstand“ umdeuten und verbreitet die Parole, dass alles schon vor dem 7. Oktober begonnen haben soll. Nun, zwar ist der palästinensische Terror, den man hier aber nicht meinen dürfte, tatsächlich älter als der 7. Oktober 2023, aber auch dieses Narrativ dient nur der Mischung aus Framing und Verherrlichung des eigenen Aktivismus bzw. des Hamas-Terrors.
Der Westen hat den Gaza-Krieg und seine Mechanismen bis heute nicht verstanden, er ist dem Drehbuch der Hamas in großer Zahl verfallen und merkt nicht einmal, dass hinter allen Teil- und Zwischenzielen der Kampf gegen den Westen und unsere freiheitlichen Werte das eigentliche Ziel der Terroristen von Hamas und Co. ist.

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